Video-Interview (Teil 2): Wissenschaftskommunikation an der Elite-Universität Cambridge

Video-Marketing: Tipps von Stuart Roberts

Im ersten Teil unseres Interviews haben wir mit Stuart Roberts, stellvertretender Kommunikationsleiter an der renommierten Elite-Universität Cambridge, über den Grundauftrag der Wissenschaftskommunikation gesprochen. Wie man wissenschaftliche Inhalte mit Hilfe von Videos aufbereitet, war Thema des zweiten Interviewteils. Er ist überzeugt, dass nicht unbedingt die Videoqualität oder die Videolänge im Vordergrund stehen. Für ihn liegt der Schlüssel in der richtigen Themenwahl und in der maximalen Verbreitung des Videos.

Einfache oder komplexe Videos bei Wissenschaftsthemen – was ist besser?

Stuart Roberts: „Ich denke nicht, dass es im Bereich Videos festen Regeln gibt. Aus meiner Sicht haben sowohl simple als auch komplexe Videos ihre Daseinsberechtigung – egal, ob es High-End-Produktionen sind, die super aussehen, gut klingen und in denen mit hochwertigen Bildern gearbeitet wird, oder Videos, die „mal eben schnell“ gedreht wurden. Es können [in der Wissenschaftskommunikation] also auch solche Videos zum Einsatz kommen, bei denen man sich einfach mal schnell ein Smartphone geschnappt hat und dieses Material dann für die Berichterstattung nutzt. Aus meiner Sicht kommt es auf eine gute Mischung an. Denn wenn man zum Beispiel in Cambridge nur High-End-Filme über Wissenschaft und Forschung produzieren würde, würden wir vielleicht andere potentielle Zielgruppen gar nicht erreichen. Meine Aufgabe besteht ganz konkret darin, Studenten und Menschen anzuziehen, die wahrscheinlich niemals nach Cambridge kommen werden, aber trotzdem an Themen, die hier erforscht werden, interessiert sind. Letztendlich geht es darum, etwas zu produzieren, damit sich die Menschen über aktuelle Forschungsthemen unterhalten und diese verstehen.“

Haben Sie ein Best Practice Beispiel für uns?

Stuart Roberts: „Unser bekanntester Film in Cambridge beschäftigt sich mit T-Zellen bzw. Killerzellen. Bei diesen Killerzellen handelt es sich um die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Krebs. Es ist ein sehr einfach produzierter Film, der nur eine Minute lang ist und ausschießlich aus Mikroskop-Aufnahmen besteht. Er zeigt, wie die Killerzellen die Krebszellen im Körper attackieren und obwohl der Film sehr kurz ist, wurde er auf unserem Youtube-Channel schon über eine Million Mal angeschaut.

Wenn man also [ein Video] produziert, das gut aussieht und ein wirklich interessantes Thema behandelt, werden Leute es auch anschauen. Und unser Video über T-Zellen ist tatsächlich ein gutes Beispiel dafür, da es nicht unbedingt High-End-Produktionen sein müssen. Es reicht manchmal auch ein 1-minütiges Video, das gut aussieht und das einen Stoff, der eigentlich sehr komplex ist, auf einfache und ansprechende Weise vermittelt. Im Grunde ist dieser Ansatz der Kern all unserer Kommunikationsaktivitäten in Cambridge: Wir nehmen komplexe Sachverhalte und machen sie verständlich – für so viele Menschen wie möglich. Aus meiner Sicht sind solche Filme, bei denen lediglich eine Erklärstimme im Hintergrund läuft, perfekt, denn man kann sie auf Facebook, Instagram und Twitter teilen und auf diesen Plattformen muss man sich bei der Filmlänge aufgrund der Nutzungsbedingungen eh beschränken. Natürlich kann man auch längere 15-20-minütige Filme produzieren, aber dann empfehle ich, für die Social-Media-Kanäle Kurzversionen zu erstellen, die nur ca. 2 Minuten lang sind.“

Wir bedanken uns bei Stuart Roberts für das Interview und seine Erfahrungswerte.

Thema Kommunikation: Weiterbildungsangebote

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Als Content & Social Media Managerin verantwortet Sara Goldenberg in der Europäischen Akademie das Online-Magazin „Zukunft hoch 4“ und ist Teil des Social Media Teams.
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