Facebook-Techniken: So funktioniert das Netzwerk

„Content is King“ ist der Titel eines viel beachteten Essays von Bill Gates. Bereits 1996 machte sich der Microsoft-Gründer Gedanken über die Gestaltung und die künftige Vermarktung von Online-Inhalten. Damals war Facebook noch lange nicht erfunden, der spätere Netzwerk-Gründer Mark Zuckerberg gerade einmal elf Jahre alt. Heute ist Facebook einer der wichtigsten Orte der Kommunikation im Internet. Von den 2 Milliarden monatlich aktiven Nutzern kommen 31 Millionen aus Deutschland. Facebook bietet also gute Möglichkeiten, eigene Zielgruppen zu erreichen. Viele Hochschulen und Wissenschaftsinstitutionen nutzen das größte Netzwerk ganz selbstverständlich zur Verbreitung ihrer Inhalte. Um Facebook erfolgreich anzuwenden, gehört neben einem Händchen für gute Inhalte auch technisches Grundwissen dazu. Dann kann Facebook optimal zum Einsatz kommen.

Facebook für Unternehmen: Diese Techniken sollten Sie kennen

Publishing: Richtige Einstellungen führen zu mehr Reichweite

Teasertext, Bild dazu – fertig ist der Facebook-Beitrag. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Es gibt allerlei Tricks und Kniffe, mit denen sich die Reichweite, die Interaktionsrate und somit der Erfolg der Beiträge erhöhen lässt. Facebook ist ein „bilderreiches“ soziales Netzwerk. Das einfache Posten eines Textes oder eines Links mag gelegentlich sinnvoll sein. Jedoch sorgt die Einbindung von Fotos, Infografiken oder Videos dafür, dass mehr Nutzerinnen und Nutzer sich von dem Teaser angesprochen fühlen, mit ihm interagieren und so zu mehr Reichweite beitragen. Dies wiederum sorgt für eine höhere Bewertung des Inhalts durch Facebook (Stichwort: EdgeRank), sodass der Beitrag eine noch größere Reichweite erhält.

Tipp: Link Ownership beantragen

Eingebettete Links in einem Beitrag können nicht mehr durch den Beitragsersteller mit einem anderen Titel, Text und Bild versehen werden. Facebook möchte auf diese Weise Fake News verhindern. Der Besitzer einer Website kann durch einen Facebook-Tag, der in den HTML-Code der Website eingebunden wird, gegenüber Facebook verifizieren, dass er der Besitzer der Website ist. Anschließend lassen sich Facebok-Links auf die Website wieder anpassen. Nähere Informationen gibt es im Hilfebereich auf Facebook.

Beim Hochladen von Fotos und Videos ist das Bildverhältnis zu beachten. Da Facebook gelegentlich den Newsfeed anpasst, empfiehlt sich ein Blick auf Allfacebook.de, um die aktuellen Bildformate in Erfahrung zu bringen. Bei Videos wird häufig das 1:1-Format genutzt. Es sorgt für eine höhere Sichtbarkeit gerade auf Smartphones, ohne dass der Nutzer beim Videogucken sein Smartphone drehen muss.

Videos mit Untertiteln anbieten

Für Videos hat Facebook eine Art zweiten Newsfeed eingerichtet, durch den sich mobile Nutzer scrollen können und fortlaufend Empfehlungen ähnlicher Videos angezeigt bekommen. Es empfiehlt sich zudem die Verwendung von Untertiteln, die nicht nur Gehörlosen sondern auch jedem, der beispielsweise in der Bibliothek sitzt und gerade nicht den Ton hochdrehen möchte, ermöglicht, den Inhalt trotzdem zu verstehen.

Eine weitere Möglichkeit der Content-Erstellung sind die Slideshows, in der mehrere Bilder zu einer automatisch durchlaufenden Bildergalerie verbunden werden. Ein weiterer wichtiger Trend: Live-Videos. Diese können mithilfe der Facebook-App auf dem Smartphone aufgezeichnet werden. Wenn kein professionelles Equipment für die Aufzeichnung zum Einsatz kommt, lässt die Qualität allerdings meistens zu wünschen übrig.

Inhalte gehen viral, schon bevor sie veröffentlicht sind

Facebook für Unternehmen: Community aufbauen

Trifft ein Thema den Geschmack, kann es zu einer viralen Weiterverbreitung kommen, die weit über die eigene Fan-Community hinausgeht. Aber gerade bei Wissenschaftsthemen werden die Personen einer spitzen Zielgruppe, die affin für das Thema ist, nicht unbedingt direkt erreicht. Mit etwas Vorarbeit, der Kontaktaufnahme und dem Austausch über Social-Media-Präsenzen sind alle Akteure bereits im Vorfelde vernetzt.  Der Erfolg von Facebook lässt sich also auch außerhalb des Netzwerks beeinflussen.

Zusätzlich können mit der Tagging-Funktion andere Nutzer sowie Facebook-Seiten sowohl im Text als auch in Bildern verlinkt werden. Hierfür muss im Text vor dem Namen ein @-Zeichen eingefügt werden. Bei Bildern können Personen markiert werden. Doch nicht jedes Profil lässt sich verknüpfen. Ob man eine Person vertaggen kann, hängt von den Einstellungen des Nutzers oder der Seite ab.

Tipp: Crossposting mit Instagram

Instagram-Bilder lassen sich auf Facebook teilen. Sind beide Kanäle miteinander verbunden, kann die Funktion bei Instagram genutzt werden. Das Teilen von Facebook-Beiträgen auf Instagram ist allerdings nicht möglich.

Community Management

Millionen von Nachrichten werden über Facebook an nur einem Tag verschickt. Und die Nutzer kommunizieren auch auf den Facebook-Seiten. Es ist eine gute Möglichkeit, Themen rund um Wissenschaft und Hochschulen zu diskutieren und den Nutzern noch näherzubringen. An drei Stellen können Seitenbesucher ihre Beiträge platzieren:

  1. Unter den Beiträgen von anderen
  2. Als Kommentar unter einem Seiten-Beitrag
  3. Als private Nachricht

Die Funktion „Beiträge von anderen“ kann ausgeschaltet werden. Das führt häufig dazu, dass Nutzer ihr Anliegen als Kommentar unter den Seitenbeiträgen schreiben. Ein guter Kompromiss kann die Genehmigungseinstellung sein, sodass Beiträge erst eingeblendet werden, sobald sie durch die Seitenadministratoren freigegeben wurden (Feld „Beitragsmoderation aktiviert“).

Tipp: Netiquette hilft gegen Störenfriede

Eine Netiquette ist ein Regelwerk für soziale Netzwerke, Foren oder auch Blogs. Sie bietet den Nutzern Orientierung hinsichtlich Sprachstil oder erwünschtem Verhalten. Gleichzeitig kann sich der Seiteninhaber gegenüber Nutzern, die gegen Regeln verstoßen, auf die Netiquette berufen. Viele Verhaltensregeln sind bei Facebook aber auch schon in den AGBs aufgeführt. An denen sollte sich eine Netiquette orientieren.

Problematische User-Beiträge lassen sich verbergen. Dann ist der Beitrag nur noch für den Seiteninhaber, den Verfasser und seine Freunde sichtbar. Ein solcher Beitrag kann natürlich auch gelöscht und der Nutzer gesperrt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Nutzer gegenüber Facebook zu melden. Dann entscheiden Mitarbeiter des Netzwerks anhand eines Kriterien-Schlüssels, ob weitere Schritte bis hin zu einer kompletten Sperrung des Profils infrage kommen. Technisch sind jetzt nahezu alle Voraussetzungen für eine optimale Nutzung von Facebook gegeben. Nun bedarf es Kreativität und guter Ideen, damit der Content auch bei den Fans zum König wird.

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Julian Boy ist seit 2013 als Online-Redakteur und Social Media Manager in der Senatskanzlei Hamburg tätig. Zum Autorenprofil