Drittmittel an Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Die letzten Jahre waren für Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor allem in finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung. Traditionelle staatliche Stützen wurden zurückgefahren, an neue Bedingungen gebunden oder gleich eingestampft. Gleichzeitig wird von wissenschaftlichen Einrichtungen erwartet, dass sie sich zu wahren Universalkünstlern entwickeln. Stand früher der Lehrauftrag und die Qualität der Wissenschaft im Fokus, müssen sie heute mehr und mehr als Unternehmen und – wenn es beispielsweise um die Aufnahme internationaler Studierender und Forscher geht – als regelrechte Global Player in Erscheinung treten.

Wissenschaftliche Einrichtungen als finanzielle Selbstversorger

In derselben Zeit hat es auch wichtige rechtliche Veränderungen zur finanziellen Eigenverantwortung von wissenschaftlichen Einrichtungen gegeben. Diese laufen vor allem darauf hinaus, dass sie für ihre finanzielle Sicherheit selber zu sorgen haben, sie also wie private Unternehmen auch insolvent gehen können.  Für die Betroffenen heißen diese Entwicklungen über den Daumen gepeilt, dass sie gleichzeitig mehr sollen und weniger Geld bekommen.

Kein Wunder also, dass alternative Finanzierungen einen enormen Bedeutungszuwachs erhalten haben. Zwischenzeitlich hat sich der Terminus Drittmittel als eine Art Sammelbegriff für all diese alternativen Finanzierungsmöglichkeiten etabliert. Der Anteil an Drittmitteln in den Bilanzen von wissenschaftlichen Einrichtungen hat sich dabei in der jüngsten Vergangenheit massiv erhöht, stellt nicht selten mittlerweile sogar den größten Posten dar.

Drittmittel: Potential oftmals nicht ausgeschöpft

Viele Einrichtungen haben bereits schmerzhaft erkennen müssen, dass es mit der erfolgreichen Akquise von Drittmitteln alleine noch lange nicht getan ist. Denn bei der richtigen Nutzung, Bearbeitung und Abwicklung von Drittmitteln ergeben sich Herausforderungen, die bei „klassischen“ Finanzierungen so noch nie aufgetaucht sind. Ein Hauptproblem ist, dass die Geldgeber die Vergabe ihrer Mittel an sehr komplexe Bedingungen knüpfen, die zu einem großen Teil gar nicht inhaltlicher Natur sind, sondern vor allem administrative, rechtliche und technische Fragen bei der Durchführung der Drittmittelprojekte betreffen. So sind die Gelder sehr oft an die Durchführung von Projekten geknüpft und können nicht mehr verwendet werden für Zwecke, die nur noch mittelfristig mit den Projekten zu tun haben. Die Empfänger von Drittmitteln zeigen sich bis heute sehr oft überfordert von diesen äußerst komplexen Anforderungen.

Administrativer Aufwand ohne Ende

Als Konsequenz ist der administrative Aufwand und nicht selten auch Ärger für die Empfänger oftmals ins Unendliche gestiegen. Schlimmer noch: Wenn Empfänger bestimmten Forderungen nicht nachgekommen sind, mussten die erhaltenen Gelder zurückgezahlt werden. Da Drittmittel eben einen finanziell immer wichtigeren Posten darstellen, sind solche Fehltritte für die Betroffenen nicht mehr nur ärgerlich, sondern existenzbedrohend. Nicht wenige wissenschaftliche Einrichtungen überlegen es sich aus diesen Gründen mittlerweile zweimal, ob sie Drittmittel beantragen – obwohl sie auf diese finanziell dringend angewiesen wären.

Professionelle Abwicklung erforderlich

Die administrativen und „technischen“ Fragen bei Drittmittelprojekten verdienen also eine umfassende und vor allem rechtzeitige Beschäftigung. Zwar gibt es bei vielen kniffligen Fragen nicht die eine richtige Lösung. Aber zwischenzeitlich haben einzelne Hochschulen und Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum, für die Drittmittel eine große Rolle spielen, professionelle Lösungen auf die Beine gestellt, um die häufigsten und größten Herausforderungen beim Umgang mit Drittmitteln erfolgreich angehen zu können. Ihre Beispiele zeigen: Bei professioneller Abwicklung sind Drittmittel der Schlüssel, der Hochschulen und Forschungseinrichtungen nicht nur ihr Überleben, sondern erfolgreiches Wirken für die nächsten Jahre ermöglicht.

Thema Drittmittel: Weiterbildungsangebote

Freuen Sie sich auf 2-tägige Seminare in Berlin und profitieren Sie vom Austausch mit Top-Experten aus der Branche.

Als Senior Conference Manager ist Pascal Dumont du Voitel für die inhaltliche Aufbereitung von Seminaren und Konferenzen bei der Europäischen Akademie für Steuern, Wirtschaft und Recht zuständig. Einer seiner Schwerpunkte ist die Hochschul- und Forschungslandschaft, darunter vor allem das Thema Drittmittel.
Zum Autorenprofil